Geistliche Konzerte: LUX AETERNA – Ewiges Licht

„Das ewige Licht leuchte ihnen!“ Dieser Wunsch aus Anton Bruckners Requiem in d-Moll prägte den Inhalt der Konzerte, welche der Kammerchor und das Kammerorchester Magdeburg unter der Leitung von Jens Petereit und Vincent Kloss am vergangenen Wochenende (Samstag, 9. November 2024, in der Heilig-Kreuz-Kirche in Ascherleben und Sonntag, 10. November 2024, in der Neuapostolischen Kirche in Stendal) gaben.

Und dieses Licht erreichte und berührte in der besonderen Atmosphäre der Stillen Zeit die Herzen der Anwesenden. Einerseits im Gedenken an Verstorbene, andererseits als Licht der Hoffnung beim Blick in die Zukunft.

So spannte sich der musikalische Bogen von Franz Schuberts „Wohin soll ich mich wenden“ aus seiner „Deutschen Messe“ über Georg Philipp Telemanns Motette „Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben“ bis hin zum klangprächtigen Schlusschor aus dem Poporatorium HIMMELREICH von Sigi Hänger und Christoph Oellig.

Besonders zu berühren wusste der Chor durch seine klangliche Homogenität in den a cappella vorgetragenen Liedsätzen „Lass du mich stille werden“ von Gerrit Junge und „Gott ist die Liebe“ von David Hermann Engel. Vincent Kloss ließ an den jeweiligen Orgeln in zwei Orgelwerken von J. S. Bach und R. Vaughan Williams mit einfühlsamem Spiel sowohl klagende und trauernde Stimmung als auch hoffnungsvolle und lichte Zuversicht hörbar werden.

Ein Höhepunkt war sicher auch der vom Orchester in einer etwas gekürzten Fassung vorgetragene langsame 2. Satz aus Antonin Dvořáks letzter Sinfonie „Aus der Neuen Welt“. Wunderbar berührend spielte Fanny Gesekus die sehnsuchtsvolle Melodie der Oboe, eingebettet in den warmen Orchesterklang.

Nach langem und herzlichem Applaus erklang in Aschersleben noch einmal das Lied „Schenk deinen Frieden“ von Sigi Hänger. In Stendal verabschiedeten Chor und Orchester das Publikum mit der Zugabe „You raise me up“ („Du erhebst mich“) von R. Løvland und B. Graham.

Der Rotary Club Aschersleben unterstützt Kinder und Jugendliche in Armenien mit Spendengeldern. Seit mehreren Jahren wird eine Schule in Jerewan modernisiert und ausgebaut. Die Spendensumme aus dem ersten Konzert in Höhe von 2500,-€, welche durch die Rotary Foundation noch einmal verdoppelt wird, kommt den Kindern in Jerewan direkt zugute, um ihnen Bildung zu ermöglichen und damit eine Zukunftshoffnung zu geben.

Eine unverzichtbare und wertvolle Arbeit leistet in Stendal das Evangelische Hospiz, in dem Menschen nach dem Grundsatz „Leben bis zuletzt“ Fürsorge und Begleitung im Sterben erfahren und Angehörige mit ihnen zusammen Zeit und Raum in der letzten Zeit des Lebens auf dieser Erde haben. Pfarrer Ulrich Paulsen gab zu Beginn des Konzertes einen bewegenden Einblick in die Notwendigkeit der Hospizarbeit. Die Spendeneinnahmen in Höhe von 2200,-€ kommen dem Neubau des Hospizes zugute. Möge es dazu dienen, das ewige Licht auch in schweren Momenten des Abschieds schon spürbar zu machen.